Im absoluten Vertrauen mit meinem Körper und dem Baby

Im absoluten Vertrauen mit meinem Körper und dem Baby

Ich bin ein wenig wehmütig, wehmütig glücklich – denn ich weiß, wenn ich nicht ins Geburtshaus gegangen wäre, hätte ich der Geburt mehr „Aufmerksamkeit“ geschenkt.
Hätte ihr mehr Raum gegeben, nur die Geburt zu erleben und zeitgleich bin ich unglaublich glücklich, dass ich durch die Begleitung im Geburtshaus, so entspannt diese Geburt erleben durfte.

Schon mit dem Schwangerschaftstest stand fest, ich möchte ins Geburtshaus.
Nicht, weil ich eine „erst schlechte Geburt“ erlebt hatte, nicht weil Dank Corona mein Mann nicht die ganze Zeit dabei war, sondern weil ich meinem Körper jetzt vertraue, weil ich schnell bei meinem ersten Kind sein möchte und weil ich meine Hebamme kennen möchte.

 

ET+6 (oder 9 – je nachdem ob man Hebamme oder Arzt glaube, schenken möchte: ich bin Team Hebamme)
Unklarer rötlicher Ausfluss, meine Gyn ist auch nicht sicher, ob es ein Blasensprung ist, also geht es ins Krankenhaus zur Abklärung, kein Blasensprung, dafür aufgeregte Ärzte, die mich unbedingt einleiten möchten – aber nein, ich vertraue auf mein Baby und auf meinen Körper und auf meine Hebammen.

Durch die Aufregung und vielleicht auch den Ultraschall und mein erstes CTG diese Schwangerschaft: Die Latenzphase begann gegen 16 Uhr, ich dachte es könnte bald losgehen, unregelmäßige Wehen – ich rief gegen 20 Uhr Irma an, um einen Plan für die Nacht zu haben.
Im Nachhinein denke ich, mein Körper ist meinem Kopf gefolgt, zu groß die Angst meinen Sohn nachts allein zu lassen, er ist ein absolutes Mamakind braucht mich mehrfach die Nacht, lässt sich nicht von Papa beruhigen.

So hatte ich nachts 3-4 Stunden Pause, dann immer regelmäßigere Wehen, mein Mann brachte meinen Sohn in die Kita und somit begannen die Wehen regelmäßig alle 10 Minuten zu kommen, schon so dass ich sie leicht veratmen musste.
Ich rief nach dem Bereitschaftswechsel Nora an gegen 10:30, wir besprachen, dass sie gegen 15:30 zu mir nach Hause kommen sollte, sollte alles bleiben, wie es ist.
Kurze Zeit später rief mich Nora an, ich könne gerne auch ins Geburtshaus kommen, da auch die erste Geburt zügig verlief.
Ich ging mit meinem Mann spazieren, er telefonierte mit meiner Mutter, die unseren Sohn betreuen sollte.
Die Frage, wer ihn aus der Kita abholt, stand im Raum, wir sagten bis 13 Uhr melden wir uns mit einer Entscheidung.

Allmählich wurden die Wehen stärker und ich musste leicht vertönen, fühlte mich zuhause, allein wohl, mein Mann in Rufweite, mit der Gewissheit jederzeit ins Geburtshaus zu können – ins Krankenhaus wäre ich mit Sicherheit schon früher los, hätte ja nie gewusst, wie lange ich bei der Anmeldung oder so hätte warten müssen.

Um 13 Uhr rief ich Nora an, ich möchte lieber jetzt kommen, die Wehen immer noch alle 7 Minuten – aber kräftig.
Gegen 13:30 saßen wir im Auto, schon den Weg dorthin kaum geschafft, im Auto die Wehen alle 2-3 Min.
Um 13:50 im Geburtshaus angekommen, ging ich direkt in den Geburtsraum, die Frage nach Musik oder dem Pool verneinte ich, später vielleicht, erzählte Nora noch kurz von dem Krankenhauserlebnis einen Tag zuvor.
Ich hockte mich vors Bett, musste die Wehen immer wieder vertönen, Nora war entspannt im Raum und schon hatte ich das Gefühl pressen zu müssen.

Um 14:13 wurde unsere Tochter (bis dahin wussten wir nicht, was es wird) geboren, die Hebammenstudentin hat es leider nicht mehr rechtzeitig geschafft, machte dafür aber eine bezaubernde U1.
Ich durfte duschen, etwas essen und natürlich ganz viel Kuscheln und unsere Tochter willkommen heißen, nebenbei wurden meine Geburtsverletzungen genäht.Pünktlich zur Schlafenszeit unseres Sohnes war ich wieder zuhause, auch die erstes 72 Stunden wurde ich liebevoll von Nora betreut.

Tatsächlich bin ich nun fast 6 Monate nach der Geburt, sehr wehmütig, so eine tolle Betreuung und Geburt im Geburtshaus nicht wieder erleben zu werden.